DSD-Blog

Bundesregierung will deutsche KI-Rechenzentren ausbauen

Beitrag von

19.03.2026

Weil Deutschland global immer mehr ins Hintertreffen gerät, wenn es um Digitalisierung und Wettbewerb geht, will die Bundesregierung nun endlich Abhilfe schaffen. Bis 2030 soll die Kapazität der Rechenzentren verdoppelt, die von KI-Rechenzentren sogar vervierfacht werden. Dabei spielen Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit eine Rolle.

Europäische Betreiber und Lösungen sollen bei dem Vorhaben bevorzugt werden.

Nutzung vorhandener Infrastrukturen

Diese Woche soll im Kabinett das Strategiepapier des Digitalministeriums verabschiedet werden, das die Modernisierung Deutschlands als Datenstandort vorsieht. Ein Paket von 28 Maßnahmen wurde hierfür zusammengestellt. Um das Ganze nicht nur zu beschleunigen, sondern auch möglichst umweltfreundlich zu gestalten, sind Upcycling und Recycling geplant.

So sollen die Rechenzentren auf sogenannten „Brown Fields“ errichtet werden, also auf Flächen, die bereits durch die Industrie erschlossen wurden. Dazu gehören stillgelegte Kraftwerke, die über die erforderlichen Netzanschlüsse verfügen. Die Rechenzentren erfordern allerdings einen massiven Stromverbrauch, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt werden soll. Der Plan sieht vor, dass die dadurch entstehende Abwärme ebenfalls weiterhin genutzt wird, unter anderem für Fernwärmenetze.

Steueranreize für Anwohner

Natürlich soll auch die Bevölkerung, die in der Nähe dieser Zentren lebt – beispielsweise im Rheinischen und in Brandenburg – abgeholt werden. Die Gewerbesteuer soll dort anfallen, wo die Rechenzentren stehen, und nicht dort, wo der Betreiber sitzt. Auf diese Weise erhofft man sich Akzeptanz und will Proteste vermeiden. Details dazu stehen allerdings noch nicht fest.

Ziel: Unabhängigkeit von großen Playern

Insgesamt will man sich von Konzernen wie Microsoft, Google und Amazon unabhängiger machen, indem man die Lösungen hauptsächlich durch deutsche und europäische Anbieter und Hersteller erreicht. Hier stellt sich allerdings angesichts der aktuellen Weltlage eine weitere Herausforderung, da die Lieferketten eine vollständig europäische Lösung derzeit nicht hergeben. (tl)