23.04.2026
Die im Spätsommer von Bundesfamilienministerin Karin Prien ins Leben gerufene Kommission für besseren Kinder- und Jugendschutz legte vorgestern seine Bestandsaufnahme zum Thema Mindestalter für Social-Media-Nutzung vor. Auf 120 Seiten wurde ein Überblick hinsichtlich Altersstufen und die damit verbundene Problematik verschiedener Inhalte erarbeitet. Handlungsempfehlungen für die Politik sollen im Juni folgen.
Viele der Ergebnisse sind nicht sonderlich überraschend. Konsens ist, dass es einen breit angelegten Lösungsansatz braucht.
Ansätze unter anderem bei den Erwachsenen
Laut Status Quo hängt der Umgang mit den Sozialen Medien unter Kindern und Jugendlichen stark von der Nutzung der Eltern ab. Wenn diese ihre Kinder schon im Alter von wenigen Monaten vor dem Bildschirm parken, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Nachwuchs später selbst ein problematisches Nutzungsverhalten an den Tag legt. Jedes fünfte Kind im Alter von um die sechs Monate wird digitalen Medien ausgesetzt, 300.000 Jugendliche zeigen in Bezug auf die Sozialen Medien ein Suchtverhalten.
Ein Verbot allein reiche da nicht aus – und auch eine reine Altersbeschränkung dürfte schwierig werden, zumal es hier bisher an der Umsetzbarkeit der Verifizierung scheitert. Co-Vorsitzender der Kommission, Prof. Dr. Olaf Köller, betont, dass „Medienbildung nicht dem Zufall überlassen werden“ darf. Minderjährige müssen den Umgang mit Medien lernen – aber altersgerecht. Dafür bedarf es unter anderem auch einer Aufklärung der Erwachsenen als Begleitpersonen.
Problem: Zuständigkeiten und Altersverifikation
Darüber hinaus widmete sich die Kommission dem Thema der Zuständigkeiten: So lägen diese überwiegend auf EU-Ebene, was gleichzeitig eine größere Einschränkung für die Nationalstaaten bedeute. Das gilt auch für die Altersverifikation, für die die einzelnen Staaten nicht zuständig seien. Die vor einer Woche groß vorgestellte EU-App zur Altersüberprüfung war von Experten innerhalb von zwei Minuten gehackt worden.
Derweil ist bei der Kommission die Rede von einem Zusammenspiel von Regulierung, Bildung und Vorsorge. Erste Empfehlungen sollen noch im Juni vorgelegt werden, der Abschlussbericht erfolgt dann im September. Ob diese Empfehlungen der Realität besser standhalten als die Alters-App, bleibt abzuwarten. (tl)